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Etwa 10 000 Tagesgäste machten sich am Wochenende nach Pütnitz bei Ribnitz-Damgarten auf, um die Oldtimerwelt der einstigen Ostblock-Länder auf dem Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes in Aktion zu erleben. Dabei konnte der ortsansässige Technikverein als Veranstalter des 9. Ostblock-Fahrzeugtreffens 2010 einige Rekorde verkünden: 3600 aktive Teilnehmer, 1250 Fahrzeuge und ein Trabi-Fahrer aus der Schweiz, der mit 1200 Kilometern die weiteste Entfernung zum Treffen in dieser Pkw-Kategorie zurückgelegt hatte.
Die meisten Liebhaber und Besitzer von Zwei- und Dreirädern, Autos, Bussen, Lkw, Traktoren, Baufahrzeugen, Booten, Militärfahrzeugen und Flugzeugen reisten schon Mittwoch oder Donnerstag an. „So hat man als Teilnehmer und Campingurlauber noch freie Wahl für ein schattiges Plätzchen“, sagte ein Berliner.
Nach Erfahrungen von Oliver Bartsch, Mitglied und Öffentlichkeitsarbeiter im Technikverein, leisten sich immer mehr jüngere Leute in ganz Deutschland, aber auch aus Russland, Ukraine, Polen, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Schweiz, Niederlande, Dänemark, Norwegen, Finnland und Schweden ein altes Ost-Fahrzeug. Er verwies darauf, dass aus diesen 12 Nationen eine stetig steigende Zahl neuer Besitzer in Pütnitz dabei ist.
Zu den Attraktionen am Saaler Bodden zählte am Sonnabend die große Parade aller teilnehmenden Fahrzeuge und Flugzeuge. Ein besonderer Besuchermagnet: die Rundflüge mit dem größten einmotorigen Doppeldecker der Welt, der Antonow AN-2, und die Kunstflüge mit einem Jakowlew-Jagdflugzeug. „Erwachsene zahlen je nach Flugzeugtyp für einen zwanzigminütigen Flug zwischen 40 und 90 Euro“, erzählte ein Flieger-Fotograf an der Startbahn. Reichlich Ersatzteile, Trödel und Textilien bot der zentral gelegene Händlermarkt. Ständig umringt von Familien und Jugendlichen waren die Rettungs- und Bergeaktionen, die Technikvorführungen der Freiwilligen Feuerwehr, der Parcours für Selbstfahrer im Geländewagen oder als Fahrer unter Anleitung im Ural-Laster. Einen Riesenspaß hatten die Mitfahrer im Schützenpanzer BMP-1, der sich mit 300 PS rasant durch das hügelige Gelände wühlte. Für etwas Nervenkitzel und gelegentliche Spritzer sorgten auf der abgesicherten Strecke die tiefen Schlamm- und Wassermulden. Praktisch ein Ausflug in die Militärgeschichte der Infanterie.
Viele Episoden konnte man am Straßenrand auflesen: So ist kaum bekannt, dass die Kraftfahrzeugwerke Werdau Anfang der 90er Jahre, kurz vor dem Ende der DDR, den indischen Geländewagen Mahindra mit Peugeot-Diesel in Lizenz gebaut haben. „Der hier ist einer davon, den ich auf Ami-Look getrimmt habe“, erzählte stolz ein Greifswalder. „Bei der Ostblock-Fahrzeug Parade fahre ich nicht mit, keiner weiß das. Viele würden denken, was will der Ami hier!“ Er gehörte zu den Teilnehmern mit einem „Nicht-Ostblockfahrzeug“ und bekam über das Wochenende einen separaten Platz zugewiesen. „Immerhin, der war ständig bewacht!“ Ein weiteres Schmankerl: Eine umgebaute ETZ 250 mit Ballonreifen. Der Fahrer mit dem Spruch auf seinem T-Shirt brachte das erlebnisreiche Treffen auf den Punkt: „Ich war dabei!“
Das 10. Ostblock-Fahrzeugtreffen 2011 wird traditionell am ersten Juli-Wochenende in Pütnitz stattfinden. „Wir planen zusammen mit unseren Mitgliedern, Helfern und Teilnehmern ein ganz großes Jubiläumstreffen“, so Oliver Bartsch. Schon jetzt zählt das Fahrzeugtreffen im Norden Mecklenburg-Vorpommerns mit zu den größten in Europa.
Weitere Hinweise finden Sie auf der Website des Vereins der Freunde und Förderer des Technischen Museums Flugplatz Pütnitz e.V.
Roland Hartig
E-Mail: roland[at]foto-hartig[dot]de
Ersetzen Sie bitte das [at] mit dem @Zeichen und
das [dot] mit dem Punkt auf der Tastatur.
:: Bilderserie Ostblock-Fahrzeugtreffen 2010
:: Bilderserie Ostblock-Fahrzeugtreffen 2009
Fahrzeugtreffen wieder Besuchermagnet
Dienstag, 6. Juli 2010
Ein Hingucker: Die umgebaute ETZ 250 mit Ballonreifen. Der Spruch des Fahrers auf dem Rücken: Pütnitz 2010 - Ich war dabei!
Der indische Geländewagen Mahindra aus Werdau. Der Jeep wurde dort noch Anfang 1990 in Lizenz gebaut.
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