Es ist Winter
Wau, ich bin Tyson, ein Stafford-Schnauzer-Mix. Doch keine Angst, ich beiße nicht, auch nicht ins Ohr. Das war der Mike Tyson, ein „menschlicher“ Boxer im Schwergewicht. Er sorgte im Sommer 1997 für viel Aufsehen im Ring. Wie ein abgerichteter Kampfhund hatte der sich am Kopf seines Gegners festgebissen. So 'ne Bestie möchte ich nicht sein, aber auch keine „Daisy“, die ist eher was für den Schoß.
Apropos „Daisy“. Davor hatte mich mein Herrchen am Wochenende gewarnt. Kein Schoßhündchen, ein Sturm-Tief, das über Europa fegen soll. Es sei mit Sturmböen, Eis und Schneeverwehungen zu rechnen. Besonders betroffen wäre dann der Straßen-, Bahn- und Flugverkehr. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe riet gar, sich mit Lebensmitteln einzudecken, so stand es in der Zeitung. Wau: „Gut wäre auch ein batteriebetriebenes Radio für den «immer» möglichen Fall eines Stromausfalls.“ Müssen wir uns vor „Daisy“, zu deutsch „Gänseblümchen“, in Acht nehmen? Sicher ist sicher! Herrchen ging mit mir eine riesige Ration Hundefutter kaufen. Ich wedelte mit dem Schwanz. Danach zog er als Autofahrer endlich die Winterreifen auf. Wurde auch höchste Zeit!
Nun ist das zweitägige „Gänseblümchen“ abgezogen. In Rostock war kaum was zu spüren, es fehlte hier der Biss. Was übrig bleibt, ist eine frische Schneedecke. Anderswo sorgten Schneeverwehungen und Vereisungen für unpassierbare Straßen und abgeschnittene Ortschaften. Autos und Züge blieben stecken. Wau, Winter-Chaos, mal hier, mal da, mal überregional.
Wie wäre es damit: Kritische Abschnitte mit Schneezäunen oder Hecken sichern. Zufahrten rechtzeitig sperren, damit Räumdienste ihre Arbeit machen können.
Noch was, gestern fiel mir ein kleiner Bub auf. Er griff wohl zum ersten Mal in einen Schneehaufen. Sofort begann er zu weinen. Mensch, Junge, es ist Winter. Wau!
Ich bin doch nicht Daisy
Mittwoch, 13. Januar 2010
Woran sollte man sich
von der endlosen Verstellung,
Falschheit und Heimtücke
der Menschen erholen,
wenn die Hunde nicht wären,
in deren ehrliches Gesicht
man ohne Misstrauen
schauen kann?
Arthur Schopenhauer
Foto: Roland Hartig
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